Die Macht der Sprache – Politisches Framing und Populismus

Im Fokus dieser Lerneinheit steht die Funktion von Sprache in politischen Diskursen. Die Schüler:innen lernen das Konzept des Framings kennen: Was bedeutet Framing? Wie gestalten politische Akteur:innen ihre Botschaften so, dass sie bestimmte Deutungen erzeugen? Anhand von Beispielen aus politischen Reden und Social-Media-Beiträgen unterschiedlicher Parteien (sowohl «rechter» als auch «linker» Strömung) lernen die Schüler:innen, wie sie Frames identifizieren können und wann sie problematisch sind.

In einem weiteren Schritt untersuchen die Schüler:innen populistischen Sprachgebrauch. Durch die kombinierte Analyse von Frames und populistischen Sprachmustern erfahren sie, wie Sprache Wahrnehmungen lenken und bestimmte Emotionen auslösen kann. So entwickeln sie ein Verständnis dafür, wie manipulative Kommunikation funktioniert und lernen, solche Strategien zu erkennen und einzuordnen. Zugleich werden sie dafür sensibilisiert, dass Framing grundsätzlich zu jeder Form von Kommunikation gehört – im politischen Kontext ebenso wie im Alltag.

Kompetenzen: Politische Bildung, Medienkompetenz, Kritisches Denken, Kommunikationskompetenzen, Schreibkompetenz

Stufe/Niveau: 3-4

Umfang: 4 Lektionen

Ausgewählte Literatur

Entman, R. M., Matthes, J. & Pellicano, L. (2009). Nature, sources and effects of news framing. In: K. Wahl-Jorgensen & T. Hanitzsch (Hrsg.): The Handbook of Journalism Studies. Routledge, S. 175–190.

Kommentar: Diese Einführung in Konzepte des Framings zeigt, wie Frames sprachlich funktionieren und wie sie in einem politischen Kontext wirksam sind.


Gess, N. (2021). Versuch über die Halbwahrheit. In: Weixler et al. (Hrsg.): Postfaktisches Erzählen? Walter de Gruyter, S. 23–43.

Kommentar: Gess analysiert, was Halbwahrheiten sind, wie sie emotional wirken und populistische Narrative stützen. Der Beitrag liefert wichtige Erkenntnisse, um Mechanismen von Desinformation verständlich zu machen.


Müller, J.-W. (2020). Was ist Populismus? Ein Essay. 6. Auflage. Suhrkamp.
Kommentar: Müller liefert eine kompakte, gut verständliche Einführung in Populismus. Lehrpersonen profitieren von klaren Kriterien (Antipluralismus, Anti-Elitismus), die auf aktuelle politische Beispiele angelehnt sind.


Niehr, T. & Reissen-Kosch, J. (2018). Volkes Stimme? Zur Sprache der Rechtspopulisten. Dudenverlag.

Kommentar: Niehr und Reissen-Kosch analysieren zentrale Merkmale rechtspopulistischer Sprache und zeigen typische lexikalische und argumentative Muster. Die Publikation eignet sich, um im Unterricht konkrete populistische Beispiele sprachlich fundiert zu vertiefen.


Volmert, J. (2006). Politischer Sprachgebrauch – Ein Thema für den Deutschunterricht. In: E. Neuland (Hrsg.): Variation im heutigen Deutsch: Perspektiven für den Sprachunterricht. Peter Lang, S. 317–331.

Kommentar: Volmert bietet eine Einführung in den politischen Sprachgebrauch und wie dieser explizit in der Schule linguistisch verhandelt werden kann.

 

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